Geheimes Treffen

Fremde Gesichter sah man damals ständig. Die Zahl der Einwohner von Emden war in wenigen Jahrzehnten von 3.500 auf über 20.000 gestiegen. Das machte Emden zu einer der größten Städte Europas – und in Oldersum boomten die Bierbrauereien.
So viele Glaubensflüchtlinge, ursprünglich aus Flandern, Wallonien oder den Niederlanden, fanden hier Zuflucht. In ihrer Heimat wären sie getötet worden.
Mit der Emder Bevölkerung teilten sie den reformatorischen Glauben, so wie er von Zwingli, Calvin und Bucer geprägt wurde.
Die außerordentlich gut befestigte Stadt war im deutschen Reich bekannt für Sicherheit und Frieden. Deshalb wurde Emden ausgewählt; hier fand die erste Synode der verfolgten reformierten Gemeinden statt. Die Einladungen wurden getrennt versandt von der Mitteilung über Ort und Zeit. Auch vor der Stadtgemeinde wurde die Synode geheimgehalten. Reine Vorsichtsmaßnahmen...

Nähere Informationen unter

https://www.emder-synode-1571.de oder besuchen Sie noch bis zum 07.11.2021 die abwechslungsreiche Ausstellung in der aLasco-Bibliothek in Emden.

Alle drei Jahrgänge unserer Konfirmandinnen und Konfirmanden – also auch die schon abschließenden – haben sich tief in diese Geschichte einführen lassen.
Wir haben viele Gegenstände aus dama-liger Zeit bestaunt: Waffen, Briefe und Bibeln.

Heute noch teilen wir das theologische Verständnis von der Kirche mit den damaligen Synodalen. Ihre Beschlüsse prägen unsere Kirchenverfassung.

Emder Synode
Wann: 4. bis 13. Oktober 1571
Wo: Predigtsaal der franz.-ref. Gemeinde im Erdgeschoss der Stadthalle (damals ein Neubau, im Krieg zerstört)
Wer: 29 Personen teil, 24 Pastoren und 5 Älteste aus den ndl. Flüchtlingsgemeinden
Wozu: um eine gemeinsame Ordnung für die völlig verschiedenen Gemeinden zu erstellen